Newsletter in Zeiten des Mobile Internet
Mobilität ist der nächste große Trend im Internet. In sechs Jahren wird der Großteil der Internetnutzung nicht mehr auf dem Personal Computer stattfinden, sondern auf dem Handy. Die Zukunft ist das drahtlose Internet, damit die Menschen es überall und jederzeit Nutzen können.
Jerry Yang, Yahoo Gründer, 2006
Kürzlich wurde an gleicher Stelle über das oft totgesagte E-Mail-Marketing berichtet. Heute möchte ich an dieser Stelle einige Anmerkungen über E-Mail-Marketing durch Newsletter in Zeiten des Mobile Internet hinzufügen.
Nach einer Studie vom IfD Allensbach, veröffentlicht u.a. auf statistica.com, erhalten mehr als 72 % der deutschen Internet-User bis zu 5 Newsletter regelmäßig, 20% der Befragten beziehen bis zu 10 Newsletter. In dem Beitrag Neues kommt – E-Mail bleibt hatte ich darauf hingewiesen, dass eine zunehmende Zahl von Internetnutzern ein mobiles Gerät (smartphone, BlackBerry, iPhone, etc…) verwendet, um das eigene Postfach zu nutzen. Laut einer Studie von Gartner werden im Jahre 2010 rund 350 Millionen Anwender ihre
E-Mails sowohl geschäftlich als auch privat mobil nutzen.
Websites können mit Hilfe spezieller Designs auf Touchscreen-Geräte wie Apples iPhone oder Android-Handys, die über einen modernen Browser verfügen, angepasst werden. Aber auch für ‘normale’ Mobiltelefone besteht die Möglichkeit einer Anpassung der Darstellung, allerdings mit deutlich weniger Funktionen.
Für Newsletter, die heute noch als reine Textnewsletter versandt werden, stellt sich die Frage einer Anpassung nicht. Sie werden als ‘normale’ E-Mails behandelt. Wie sieht es jedoch mit HTML-Newslettern aus? Die am weitesten verbreitete Auflösung bei Mobiltelefonen ist QVGA, also 240 x 320 Pixel. Diese sollte man als Referenzgröße und kleinsten gemeinsamen Nenner bei Konzeption und Design besonders im Auge behalten. Es gibt aber auch deutlich höhere Auflösungen. So bietet zum Beispiel das iPhone eine Auflösung von 320 x 480 Pixel. Außerdem ist zu bedenken, dass fast jedes Gerät auch im Landscape-Mode (Querformat) genutzt werden kann. Einige Blackberrys arbeiten von Haus aus im Querformat – ein flexibles, elastisches Design ohne fixe Breiten passt sich den mobilen Gegebenheiten am besten an. Hier ein Beispiel für eine mobile Website.
Die heute standardconforme Möglichkeit der Codierung mobiler E-Mails ist das Mobile Profile von XHTML (XHTML/MB). Als Teilmenge von XHTML bietet es eine vielseitige und effiziente Möglichkeit, für unterschiedliche mobile Endgeräte zu programmieren. Inhalte, die mit dieser Sprache geschrieben werden, lassen sich auch auf stationären Computern anzeigen. Das W3C hat 2006 dazu die “Mobile Best Practices” als Leitfanden für die Gestaltung mobiler Internet-Seiten eingeführt, die selbstverständlich auch für XHTML/MB-basierte Newsletter gilt, ohne dass das W3C darauf explizit eingegangen ist.
Die Artegic AG (www.artegic.de) hat eine umfangreiche Analyse der Endgeräte zum Empfang mobiler E-Mails vorgelegt. Die Studie legt den Schluss nahe, dass bisher nur wenige Endgeräte in der Lage sind, XHTML-Mails korrekt und nutzerfreundlich darzustellen. Daraus folgt für das Newsletterdesign zwingend: Mobile E-Mails sollten als Multipart/Alternative verschickt werden, d.h. der Mail-Client bekommt in einer E-Mail sowohl die HTML- als auch die Nur-Text-Version geliefert.





